Mein Leitbild
In meiner beruflichen Praxis habe ich immer wieder erlebt, wie abhängig Unternehmen von großen kommerziellen Anbietern und deren proprietären Produkten werden. Was anfangs als günstiges All-in-One-Angebot erscheint, entwickelt sich oft zu einem klassischen Vendor-Lock-In: Preise steigen plötzlich und massiv, Lizenzmodelle werden intransparent und Kunden werden in komplex verzahnte Produktportfolios gedrängt. Ein Wechsel ist meist nur mit hohem Aufwand möglich, sodass Unternehmen gezwungen sind, steigende Kosten zu akzeptieren.
Cloud-Produkte sind dabei keineswegs eine „Fire-and-forget“-Lösung. Ich habe oft gesehen, wie Unternehmen erhebliche Aufwände hatten, weil dringend benötigte Features in teurere Lizenzpläne verschoben wurden, sich Workflows durch spontane Interface-Änderungen anpassen mussten oder neue Funktionen Datenschutzrisiken mit sich brachten. Gleichzeitig bleibt der Kunde vollständig abhängig: Bei politischen Spannungen, einer Insolvenz oder einem Richtungswechsel des Anbieters kann ein Service jederzeit eingeschränkt oder abgeschaltet werden – ein Risiko, das gerade für KMUs existenzbedrohend sein kann.
Diese Erfahrungen haben meine klare Präferenz für Open Source geprägt. On-Premises betriebene, modular aufgebaute Open-Source-Lösungen bieten Unternehmen eine ganz andere strategische Position:
- Keine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter und keine versteckten Lizenzfallen
- Planbare Kosten und langfristige Kalkulationssicherheit
- Hohe Flexibilität bei Upgrades oder dem Austausch einzelner Dienste
- Souveränität über Daten und Prozesse, unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Einflüssen
- Professioneller Support ist bei Bedarf auch hier verfügbar
Aus meiner Sicht ist Open Source nicht nur eine technische Alternative, sondern eine strategische Entscheidung für mehr Unabhängigkeit und Stabilität – ein Vorteil, den ich bei meinen Kunden immer wieder bestätigt sehe.